23.09.09, 23:08:46
Stefanie Meermann
Prozessionsspinnerraupen
In südlichen Ländern gibt es Prozessionsspinnerraupen vor denen Kollegen von mir auf Ihrer
Homepage warnen:
"Im Frühjahr verlassen diese Raupen ihre Nester, die sie vorwiegend in Pinienzweigen oder anderen Nadelbäumen
erbaut haben. Bei guten Wetterbedingungen bewegen sich die Raupen gegen Abend in langen Prozessionen, dicht
hintereinander kriechend, über Waldboden, Fußwege, Straßen aber auch Mauern, um auf Nahrungssuche zu gehen.
Eine kurze Berührung mit diesem Insekt reicht aus, um
schmerzhafte Entzündungen und Juckreiz hervorzurufen.
Tiere (vor allem Welpen oder junge Hunde sind besonders anfällig und gefährdet, denn welcher Vierbeiner beschnüffelt nicht neugierig den Boden.
Die Reaktion auf die Berührung mit den Raupen erfolgt unmittelbar mit Symptomen wie Speicheln, Erbrechen, Zittern, Durchfall, Fieber etc.
Die Gefahr geht von den Brennhaaren aus, die sich ab dem 3.Larvenstadium entwickeln und sogar aktiv ausgeschleudert werden können. Die Brennhaare der Prozessionsraupen enthalten das Eiweißgift Thaumatopoein. Die Brennhaare können auch durch Wind verbreitet werden und rufen unangenehme und teilweise gefährliche Reaktionen bei Mensch
und Tier hervor. Beim Menschen rufen sie starke Hautreizungen und Allergien, Asthma etc. hervor und beim Hund, wenn er in seiner Neugier mit der Nase und
der Schnauze Kontakt aufnimmt, schwerste Vergiftungen im Mund. Daraus können sich schwerwiegende Krankheitsbilder bis zu Erstickungsgefahr und Schock entwickeln. Erste Hilfsmassnahme ist, die betroffenen Körperteile
mit lauwarmen Wasser abzuspülen. Auf jeden Fall sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Vorbeugen kann man eventuell durch die Vermeidung von Spaziergängen in Gegenden mit viel Pinienbestand. Aber trotzdem bleiben die Brennhaare der
Prozessionsraupe ein Problem, da sie mehrere Jahre intakt und irritativ bleiben.
Wir kamen mit den Raupen Ostern 2006 in Italien in Berührung: Unser Hund hatte beim Abendspaziergang an einem Raupenhaufen geschnuppert. Als er sich den „braunen Staub“ von seiner Nase leckte, gelangte das Gift an seine Zunge. Er begann sofort zu lecken und zu speicheln. Ein sofortiges Ausspülen mit Wasser hat nicht geholfen. Er bekam Schüttelfrost und Fieber, die Zunge ist stark angeschwollen.
Leider haben wir nicht sofort einen Tierarzt aufgesucht und wertvolle 12 Std. verstreichen lassen, sodass ihm jetzt ein Stück seiner Zunge fehlt. Er wurde mit Cortison und Antibiotika behandelt und musste 1 Woche lang täglich Infusionen erhalten um das Gift auszuspülen. Nach ca. 10 Tagen war die Zunge verheilt, und er konnte wieder
normal fressen und trinken. Ein ca. 1 cm breites und 3 cm langes Stück seiner Zunge ist abgefault.
Es ist wichtig, sofort einen Tierarzt aufzusuchen um den Prozess des Absterbens von Zungengewebe zu stoppen.
Im Oktober 2006 haben wir auch in der Frankeich Raupennester mit frisch geschlüpften Raupen gesehen. [...]"
Bisher sind die Raupen überwiegend im Süden Europas bekannt, aber auch in der Schweiz und in Deutschland kommen sie inzwischen vor.
Die Prozessionsraupen wandern in "Prozessionen" auf Futtersuche umher, bauen Nester und kommen in verschiedener Form als Pinien-, Eichen und andere Baumraupen vor.
Eine genaue Beschreibung anhand des Beispeils der Eichenprozessionsspinnerraupe habe ich
hier gefunden.
Also schön aufpassen bei Raupenkontakt!
Stefanie Meermann